Herbstlärmgeschichte
Da die Geschichte des Herbstlärm-Festivals nun schon bis ins Jahr 2008 zurückreicht finden Sie hier einen kleinen Überblick über die vergangenen Festivals.
Sie finden hier das Plakat zum jeweiligen Jahr, Links (falls vorhanden) zu den jeweiligen Bands und Links zu Galerien mit tollen Bildern von jedem einzelnen Festival.
Herbstlärm-Festival 10.11.12. September 2026
Bildergalerien
Wenn der Sommer in die Zielgerade biegt, ist Zeit für große Namen in kleinem Rahmen. Das Herbstlärm-Festival verspricht drei Tage musikalischer Vielfalt – vom 10. bis 12. September 2026.
Donnerstag: Mira Lu Kovacs zählt zu den produktivsten und virtuosesten Musikerinnen der Gegenwart. An der Gitarre ist sie Teil der Grunge Pop-Senkrechtstarter:innen My Ugly Clementine. Auf der Bühne verbindet sie erzählerische Direktheit mit Grunge-Pop-Appeal und selbstbewusstes Auftreten mit klaren Ansagen.
Mit „Vo Mello bis ge Schopponou“ stürmte Philipp Lingg vor sechzehn Jahren die Hitparaden. Nun ergeht er sich in kompositorischer Vielfalt, die einmal mehr sein großes Talent unter Beweis stellt. In diadenglischen Texten schickt er uns durch Himmel und Hölle, sei es im Reggae, sei es im Walzertakt.
Freitag: New Safe Confinement begann als musikalische Verneigung vor Black Sabbath und als Metal-Klangarchäologie. Nun haben die Lokalmatadore daraus Schritt für Schritt ihre eigenständige Kraft entwickelt und entfalten in klassischer Rockbesetzung Rohheit und progressive Spannungsbögen mit überraschend funkigen Einsprengseln.
Bon Jour verdichten ihre Songs zu einem fiebrigen Schwebezustand zwischen Euphorie, Risiko und kontrolliertem Kontrollverlust, getragen von FM4-Chartenergie und emotionaler Übersteuerung. Die Band kreist um den Moment, in dem Gefühle lauter werden als Vernunft und Selbstformung in Selbstverlust kippt.
Samstag: Mit unvergleichlichen Stimmen machen Kamanda die Welt bunter. Der Name ist Programm: Die geballte Frauenpower, handgemachte Musik voller Lebenslust und ideenreiche Arrangements mit Indie-Pop- und Folkpopelementen machen Lust aufs Tanzen, denn das Leben ist zu kurz für lange Hosen!
Mit dem aktuellen Album „Soiz“ macht die mehrfach für den Amadeus Award nominierte Anna Buchegger Salz zur Metapher für Schmerz, Lust, Konservierung und Reibung. Musikalisch seziert sie Herkunft, anstatt sie zu feiern – dialektal und getragen von kantigen Beats.
Herbstlärm-Festival 04.05.06. September 2025
Klänge mit Klasse: Das Herbstlärm-Festival 2025 lädt im intimen Rahmen zum exquisiten Musikgenuss mit Lokalkolorit von 4. bis 6. September in St. Johann im Pongau.
Good News: Mit dem Album Prudence kehrt Tobias Pötzelsberger als Songwriter zurück. Der Lagerfeuer-Gitarrist von einst wurde erwachsen und verkündet am Donnerstag nicht die ZIB-Nachrichten, sondern Geschichten vom Vatersein, vom Scheitern und Altern – introspektiv und umsichtig. Anschließend bewegen sich DRiP virtuos zwischen progressiver Klangsprache, klassischer Struktur und jazziger Harmonik. Komplexe Arrangements werden Improvisation und dramaturgischer Agogik gegenübergestellt: spannungsgeladen und überraschend.
Am Freitag laden CJUW aus dem Pinzgau mit Songs, die Herz und Verstand gleichermaßen berühren, zum Gefühlskino. Genreübergreifende Sounds nehmen Anleihen bei Blues, Jazz, Rock, Pop und Country. Mit Kapitänsmütze, Gitarre und augenzwinkernder Nostalgie manövrieren danach pauT & band zwischen psychedelischen Sixties, 80er-Elektrobeats und Balkan-Vibes. Der langjährige Bassist von Nino aus Wien arbeitete schon mit Andre Heller zusammen und präsentiert Popmusik, die genauso schillernd ist wie sein Bühnenoutfit.
Sinowatz verbinden am Samstag Austroindierock mit dadaistischem Experiment, gesellschaftspolitischer Schärfe und einer klaren Absage an den konventionellen Dialektpop. Aus spontaner Kreativität entstehen vielschichtige Songs, die zwischen Punk, Protest und Pop changieren. Anschließend fusionieren Endless Wellness „Fuzz-Folk“ mit deutschsprachiger Poesie, die zwischen Melancholie und leiser Zuversicht pendelt und unterstützt von energiegeladener Bühnenpräsenz Achtsamkeit und Zuversicht propagiert.
Herbstlärm-Festival 05.06.07. September 2024
mit
Wenn der Sommer in die Zielgerade biegt, wenn vom 29. bis 31. August die Bühne zum Wohnzimmer wird und wenn Bands zu Couchgästen werden, dann kann das nur Herbstlärm sein!
Zur Festivaleröffnung am Donnerstag thematisiert Stubnblues 2punkt0 „das zu frühe Gehen, das zu wenig Verstehen und manches nur Ahnen“ (Stefan Schubert) mit dem Album Wo da Rauch hiziagt. Die Band formierte sich neu – in Dankbarkeit für das, was war und mit Blick nach vorne.
The Lettners Combo setzen im Stil erdiger US-Rootsmusic der 50er-Jahre fort und werden dabei getragen von Bluesharp, stampfendem New Orleans-Schlagzeug und röhrender Tuba.
Freitags gastieren Jon Doe mit erfrischend unaufdringlichem Indierock und beachtlich vielseitigem Songwriting, mit dem sie einen gleichermaßen aufbauenden wie melancholischen Groove erschaffen. Das Groovige teilen sie mit Mary Jane’s Soundgarden, einer tanzbaren Mischung aus P-Funk, Neo-Soul und Funkrock, die Platz für verspielte Synth- und Saxofonklänge lässt und das Publikum auffordert: „Shake everything you got!“
Den Samstagabend begehen zunächst Cousines Like Shit, indem sie sprachlich und klanglich experimentieren und mixen: Pop, Indie und Low-Fi-Ästhetik. Mit Wiener Schmäh und dem neuen Album endlich Wienerlieder unterm Arm kommt Nino aus Wien auf die Bühne, der “Bob Dylan vom Praterstern” (Falter). Er und seine Musik sind längst Teil der Wiener Identität geworden.
Herbstlärm-Festival 07.08.09. September 2023
Kleines Fest, große Nummer! Beste Laune und klangliche Hochgenüsse verspricht das Herbstlärm-Festival 2023. Die Tage der musikalischen Vielfalt machen vom 7. bis 09. September die Bühne zum Wohnzimmer und Bands zu unseren Couchgästen. Wonach sich‘s anfühlt? Nach Wohlignähe. Nach Klanglichintimwerden!
Am Donnerstag stoßen Christoph Pepe Auer und White Noise in den Klangkosmos zwischen Jazz, Pop und Elektro vor. Der Jazzklarinettist jongliert mit programmierten Sounds, selbstgebauten Instrumenten und Kontrabassklarinette. Das Weltmusiktrio Cobario reißt anschließend das Publikum mit in die flirrende Hitze einer spanischen Nacht. Gitarren und Geige in einem feurig-temperamentvollen Stelldichein.
Freitags geht es Brothers van Yarns aus Golling um das, was das Menschsein ausmacht: Freundschaft, Sehnsucht und Liebe. Mehrstimmige Lieder leuchten melancholisch und nostalgisch die Höhen und Tiefen des Daseins aus. Danach bietet der „sechsköpfige Überflieger“ (FM4) Buntspecht Kinderlieder für Entwachsene. Das Sextett biegt sich Sprache zurecht und bettet sie so gekonnt in eine surreale Kulisse ein, dass es 2021 Platz 1 der österreichischen Charts belegte.
Das Ergebnis einer wunderbaren ‚Bromance‘ zwischen vier Typen, die sich ganz der Musik verschrieben haben, ist am Samstag zu erleben, wenn Instant Karma dem Einheitsbrei der Popszene den Rücken kehren und brodelnden Bass mit rockigen Riffs garnieren. Anschließend reflektieren Spitting Ibex das Erlebte der letzten Jahre, um es in einem rockigen Mantel aus Metaphern in die Welt hinauszutragen. Ein unkonventioneller, groovig-treibender Wirbelsturm aus „abgedrehten Ideen und handwerklichem Können“ (Ö1).
Herbstlärm-Festival 08.09.10. September 2022
Farbenfrohe Musikgenüsse und beste Laune verspricht das Herbstlärm-Festival `22: Die Tage der musikalischen Vielfalt machen vom 8. bis 10. September die Bühne zum Wohnzimmer und Bands zu Couchgästen. Wonach sich‘s anfühlt? Nach Kleinfeinheit. Nach Wohlignähe. Nach Klanglichintimwerden!
Donnerstags versetzt uns New Ohr Linz ins French Quarter, wenn die sechsköpfige „originellste Dixieband Österreichs“ (ORF) im Südstaatensound Swingklassiker und Klezmer-Stücke interpretiert. Anschließend wissen Wieder, Gansch & Paul: Mehr als Bass, Melodie und Harmonie brauchst du nie. Die musikalische Ménage-à-trois nahm bei Mnozil Brass ihren Anfang und mündete in ein eigenes Konzertprogramm.
Blitzpøp reitet freitags neue Wellen und setzt Anker im Pool des Rock’n’Roll. Sobald das Quartett an Nirvana erinnert, nimmt es wieder satten Anlauf und setzt sich in betonter Eigenwilligkeit ab. Danach erspürt The Base als Seismograf gesellschaftliche Nachbeben der Pandemie. Die Songs auf dem neuen Album „Lick A Stone Kill A Fly“ sind fokussiert, rockig, brodelnd – und geeignet, um sich beim Headbangen stilvoll diverser Verschwörungstheorien zu entledigen.
Den Samstagabend eröffnet Thomas Wallisch groovig mit Spielwitz und seinem Soloprogramm. Der Preisträger des Jimi Hendrix-Awards klingt dank Liveloops wie eine komplette Band und verbindet Blues, Pop, Jazz und Weltmusik. Angesiedelt zwischen ambienter Elektronik und neoklassischer Musik verschmelzen dann Manu Delagos akustische Perkussionsinstrumente mit Elektrobeats und Klängen aus der Umwelt. Der für den Grammy nominierte Tiroler präsentiert sein erstes audiovisuelles Soloprogramm mit dem Titel „Environ Me“.
Herbstlärm-Festival 09.10.11. September 2021
Ohne Kultur wird es still! Das lehrten uns ernüchternde Ewigkeiten der Entbehrungen. Es ist an der Zeit, lautstark kundzutun: Wir sind wieder Menschen! Wir sind wieder da, auferstanden! Phönix…? Herbstlärm! Das bedeutet mit Abstand beste Laune nach langem Darben. Die Tage der österreichischen Musikvielfalt machen vom 9. bis 11. September 2021 die Bühne zum Wohnzimmer und folgende Bands zu Couchgästen:
Farbenfroh beginnt der Donnerstag mit More Colours, einer sechsköpfigen Pop-Jazz-Gruppe aus dem Pongau, die ein bisschen Sting und Rebekka Bakken, eine klassische Rockbesetzung und Keyboards in den Mixer schmeißt. Anschließend entführt uns die Meena Cryle & The Chris Fillmore Band in ein musikalisches Roadmovie: Southern-Rock, Gospel, Soul, Blues und etwas Country. Gänsehaut garantiert!
Sie waren Lieblinge der Ö3-Musicbox-Redaktion, sie landeten zwei FM4-Hits und tourten durch Europa und die USA: The Seesaw bringt freitags mit energischen Gitarren und mehrstimmigem Gesang Britpop-Atmosphäre ins Haus der Musik. Danach gehört die Loopstation zum Fixinventar von Wiener Blond. Die Kultband präsentiert ihr aktuelles Studioalbum „Bis in der Früh“ und greift dabei zurück auf Beatboxing, Stimmeffekte und Akustikgitarre. Auch elektronische Klänge verhelfen zum eigenständigen Soundkonzept.
Der Samstag gehört der Folk- und Volksmusik: Zunächst gastiert mit Trianam in St. Johann jene Folkband, die das ganze Gefühlsspektrum abdeckt - von lebensfroh bis wehmütig, von mitreißend bis gefühlvoll. Und von Salzburg bis Irland ist alles dabei! Durch Tradition und Moderne tänzelt anschließend Alma mit zeitgenössischer Volksmusik. Gemeinsamer Nenner ist und bleibt dabei die Gegenwart, in der das Quintett vor allem für eines sorgt: Furore!
Herbstlärm-Festival 10.11.12. September 2020
Kleines Fest? Große Nummer! Beste Laune und klanglich – mit Abstand – höchsten Genuss verspricht das Herbstlärm-Festival 2020. Die Tage der österreichischen Musikvielfalt machen die Bühne zum Wohnzimmer und die Band zum Couchgast. Nirgendwo sonst erlebt man Musik so gemütlich, nirgendwo sonst geht sie so unter die Haut.
Donnerstags werden mit Frauenpower Mauern eingerissen, Brücken gebaut und betanzt: Die drei Damen von Manawa wissen: „Der Augenblick der Kraft ist jetzt“ und sie nutzen ihn ausgiebig mit Piano, Gitarre, Schlagwerk und Stimme. Anschließend verschafft sich Lylit emotional und ausdrucksvoll Gehör und hebt sich ab vom Alltagslärm. Mit ihrer EP „Inward Outward“ definiert sie sich neu und emanzipiert sich vom Diktat des Musikmarktes.
Lila House eröffnet den Freitagabend elegant-frech-originell: Was passiert, wenn sich Jazzgitarre und Hackbrett unvoreingenommen auf der Herbstlärm-Bühne begegnen? Ein Universum unbegrenzter Spielfreude! Kurios-krude Geschichten übers Leben, den Tod und alles, was dazwischen liegt, sind danach die Spezialitäten der siebenköpfigen Gruppe Dreiviertelblut. „Geerdet und entrückt“ (Süddeutsche Zeitung) klingt deren aktuelles Album „Maria Elend“.
Einer der fleißigsten Bluesgitarristen des Landes macht am Samstag Station in St. Johann: Georg „Gic“ Gruber mit Band – das bedeutet Bluesrock und Bluespower im Sinne von Stevie Ray Vaughan, Jimi Hendrix oder Eric Clapton. Wally & Ami Warning harmonieren anschließend in wunderbarer Symbiose, denn der Multiinstrumentalist strahlt Leichtigkeit und Lässigkeit aus, seine Tochter sorgt für Sanftheit und Erdung - eine authentische Mischung aus Soul, Pop, Reggae und Gospel.
Herbstlärm-Festival 05.06.07. September 2019
mit
Nach Kleinfeinheit. Nach Klanglichintimwerden. Nach Besterlaune – so klingt Herbstlärm. Die Tage der musikalischen Vielfalt machen die Bühne zum Wohnzimmer und Künstler wie Harri Stojka, Attwenger und Paddy Murphy zu Couchgästen. Ob Highspeed-Jazzrock, Polkapunk oder irischer Folkrock aus Steyr – das kleine Festival ist wiedermal eine große Nummer!
Nach Kleinfeinheit. Nach Wohlignähe. Nach Klanglichintimwerden. Nach Besterlaune – so klingt Herbstlärm. Die Tage der österreichischen Musikvielfalt machen die Bühne zum Wohnzimmer und die Band zum Couchgast. Nirgendwo sonst kommt man der Musik so nahe, nirgendwo sonst ist es so g’miatlich. Käme man nicht, wär‘ man nicht ganz dicht.
Man könnte dann nämlich donnerstags nicht hören, wie sich „Sir“ Oliver Mally & Alex Meik die Bälle zuspielten und würde ihren konventionsfreien Blues nicht miterleben, der einem runterginge wie bester Absinth. Oder man würde es verpassen, Harri Stojkas 69er Gibson Les Paul Goldtop ganz nahe zu kommen, während der Meister sein neues Album „psycho guitar“ darauf spielte und dabei dem Highspeed-Jazzrock verfiele.
Am Freitag wäre man nicht Zeuge der Performance eines gewissen Onk Lou, der vom Straßenmusiker zum Vater eines pressfrischen Albums wurde und live Karibik, Gipsy und nordische Klangnoten in den Mixer schmisse. Übrigens würde man auch Paddy Murphy glatt verpassen und wäre nicht dabei, wenn das Publikum die steyr-ische Speed Folk Rock-Band kurzerhand zum irischen Original erklärte.
Samstags würde man Yellow Furniture versäumen, die einen Ausflug in die 70er- und 80er-Jahre unternähmen und dabei den keineswegs verstaubten Melodiewundern Funk- und Stonerrock-Eigenkompositionen gegenüberstellten. Naja, und Attwenger könnte man dann auch nicht hören, weshalb man keine Wortrouladen, Monodialoge, keine Unfugsfugen und keinen Polkapunk mitbekäme und auch keine Ahnung davon hätte, wie das neue Album „Spot“ so klingt.
Aber zum Glück kommt man ja zum Herbstlärm. Kleines Fest, große Nummer!
Herbstlärm-Festival 06.07.08. September 2018
mit
- Move on Mandy Bigger Band
- Kollegium Kalksburg
- Hale Bop Quartet
- Broadlahn
- The Base
- Kreisky
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L.Ä.R.M. – Liedgut. Ärgstens. Rumpeldipumpel. Mitreißend! Und das geht so: Drei Tage musikalische Tantramassage für Innenohrcochleas, die nach einem heißen Alpensommer voller Badesee-Schlagerbeschallung wieder einmal stilecht `rangenommen werden wollen. Oh ja! Ob ihr Mandy oder Bob heißt oder aus Kalksburg kommt, stellt euch im Kreisky auf und spürt mit allen Kollegen den Base. Folgt dem Hale-Kometenschweif und dem Ruf der kultur:plattform zu den Tagen der musikalischen Vielfalt vom 6. bis 8. September 2018!
Eröffnet wird am Donnerstag mit der Move on Mandy Bigger Band, einem pongauer Bandprojekt, das fast vergessene Diamanten aus der Musikgeschichte hebt, sie abstaubt und neu interpretiert, wobei im Wettlauf der Stile der Blues meist doch eine Nasenlänge voraus ist. Inbrünstig besingt das Kollegium Kalksburg anschließend den Tod. Es kokettieren drei selbsternannte Fetzenschädeln, unterstützt von singenden Sägen und Kämmen, ungeniert mit ihrem Alter und man könnte es glatt morbid nennen – wär’s nicht eigentlich eine Liebeserklärung an das Leben selbst.
Am Freitagabend zündet das Hale Bop Quartet die Triebwerke für unendlich weite Ausflüge in den Kosmos des Jazz: Die vier Salzburger bleiben den Hörgewohnheiten dabei grundsätzlich treu, verlassen die Flugbahn aber auch hin und wieder für Experimentelles. Vom jazzigen Landler spannt Broadlahn dann den Bogen zur Weltmusik und zwar mit offenen Armen und mit dem Erfahrungsschatz von über drei Jahrzehnten Bühnenpräsenz. Die Vor(wellen)reiter der Neuen Volksmusik arbeiteten schon für Joe Zawinul am „Erdäpfee Blues“ mit, der zum Jubiläum wieder auf der aktuellen CD zu finden ist.
Samstags wird die Wundertüte über uns großherzig geleert: The Base ist für Überraschungen gut. Das Trio dreht am Kaleidoskop und feuert großkalibrig Discokugeln aus allen Rohren. Dort Marimbas, da Percussion, hier ein wenig Ska, lässig wie Leonard Cohen und doch im Discobeat. Kreisky kommt anschließend mit dem pressfrischen Album Blitz (Wohnzimmer Records, 2018) zu uns. Blitz ist die Essenz von zwölf Jahren Bandgeschichte in strahlend hellen, energetischen Pop gegossen. Giftig? Ja. Gemein? Freilich. Fies? Sowieso, sonst wären sie’s nicht. Aber eleganter in den Methoden und mit viel Glitzerpapier drumherum.
Herbstlärm-Festival 07.08.09. September 2017
mit
Zehn! Zahlt den Zehnt! Zählt zehn Gebote und zehn ehrfurchtsvolle Tage vor Jom Kippur! Zehn! Zuckt zusammen vor zehn biblischen Plagen! Zauberhaft, die zehn Himmelsstämme im chinesischen Kalender - besser aber ihr kommt zum zehnten Herbstlärm-Festival, denn auch wir machen die Dekade voll. Zuper! Da schmettern gradwohl fünf plus eine Band, geben sich High fives im 5/8erl-Takt und mal als Buben, mal als Kommandanten aus. Ein Ripoff feinster Güte für Zuhörer, Zuderanten und Zerkugler. Vom 7. bis 9. September 2017 feiert die kultur:plattform die musikalische Vielfalt. Und da gibt es einiges zu feiern.
Die Herren von HI5 (Minimal Jazz) geben am Donnerstag den Auftakt mit ihrem „nächsten Evolutionsschritt in der Popmusik“ (Krone). Sie touren im In- und Ausland und kassieren Auszeichnungen – zum Beispiel den Joe Zawinul-Preis. Gerald Gradwohl (Jazz/Fusion) weiß dann am späteren Abend, dass zur E-Gitarre Jeans passen, völlig wurscht ob in Wiesen, Madrid oder Washington. Musikalisches Credo: Soviel Planung wie nötig und soviel Improvisation wie möglich.
Am Freitagabend startet Singer-Songwriter Ripoff Raskolnikov mit Szabolcs Nagy bluesig und zeigt sich musikalisch von neumodischen Einflüssen völlig unbeeindruckt. In Anzug und Hut verpackt geht’s ihm nicht um Imitation der Bluesgrößen, es geht um menschliche Emotionen und kraftvollen, ehrlichen Ausdruck. Kraftvoll kann auch der „Duft der Männer“ (Soulfood Records) sein – so der letzte Albumtitel der Band 5/8erl in Ehr‘n, die zwar schon seit elf Jahren als Erfinderin des „Wiener Souls“ aktiv, aber gerade jetzt überall dabei ist, ordentlich durch die Decken zu schießen. Nach München, Wien und Linz kommen sie – nach St. Johann. Ur leiwand!
Samstags schaut endlich mal wieder unser lieber Scheibsta mit seinen Buben vorbei, die in letzter Zeit viel Aufsehen erregt haben. Mit dem Hit „Schlecht Drauf“ sorgte die Soundpark-Band 2017 in der FM4 Acoustic Session für feine Vibes. Zum Abschluss übernimmt dann Kommando Elefant. Die Herren sind österreichische Indie-Chartjäger und versprechen tanzbaren Pop und „Herz und Anarchie“ (so der Titel des neuen Albums). Die Elefanten: Ein Gesamtkunstwerk. Sie brachten ein Buch heraus, spielten mit Georgij (Russkaja) und produzierten mit Matthias Jakisic (Salzburger Festspiele).