pp
pp pp pp
Logo
 
pp
pp
 
Hinweis
Genre
12
NOV
  Lesung: Do. 12.11.2015 - 20:00 UHR
  Bettina Balaka - Unter Menschen
kultur:treff im Haus der Musik EINTRITT: frei
Bettina Balaka - Unter Menschen Bild 1 Teilen:  
LESUNG: Bettina Balaka „Unter Menschen“, Roman (Haymon Verlag 2014)

„Unter Menschen“

Berti heißt auch Fekete, Robert Pattinson, Ricky, Zorro und Bagheera. Er ist das Ergebnis der unglücklichen Liaison eines Jack Russell Terriers mit einem Straßenköter, er sieht aus wie ein schwarzer Fleck und benimmt sich wie ein übermütiges Kind. Er ruiniert die Geschäfte eines ungarischen Welpenhändlers, bricht einer Zwölfjährigen das Herz, weckt die Lebensgeister eines neurotischen Physikers und landet auf der Müllhalde eines Haustiermessies. Überall, wo er hinkommt, hinterlässt er seine Spuren in den Herzen und in den Leben seiner Menschen, die er als kleiner Schatten ihres Glücks und Unglücks begleitet.
 
Bettina Balàka erzählt in ihrem neuen Roman nur scheinbar die Geschichte eines Hundelebens: Unter Menschen ist zugleich ein Reigen zwischenmenschlicher Tragödien und Komödien – grandios komponiert, durchtrieben ironisch und unterhaltsam, voll überraschendem Witz und geistreicher Erkenntnis
Foto oben: © Kurt-Michael Westermann
Foto rechts: © Tizza Covi
pp
Bettina Balaka - Unter Menschen Bild 2 Bettina Balaka - Unter Menschen Bild 3
„So amüsant, so turbulent und so perfekt kann ein Gesellschaftpanorama und ein Psychogramm von Hundehaltern sein.”

Die Presse

“Bettina Balàka ist eine glänzende Beobachterin von Liebe und Leid, Glück und Unglück. Und sie verfügt über die sprachlichen Fähigkeiten, um ein Buch wie dieses in der ihm angemessenen, federleichten und präzisen Sprache zu schreiben.”

Salzburger Nachrichten, Sebastian Fasthuber
“Ein neuerlicher Beweis, wie großartig Bettina Balàka erzählen kann: frech nämlich und witzig und direkt.”
Kurier, Peter Pisa

„Hundewahnsinnige“ waren, nach Erfahrung der Michaleks, Besessene. Unermüdlich konnten sie von den schier unglaublichen kognitiven und sozialen Fähigkeiten dieser Tiere schwärmen, ihrer Nasenleistung, ihrem Heldenmut, ihrer Hellsichtigkeit. (Besonders beliebt waren dabei die Schilderungen von Experimenten, in denen Hunde besser abgeschnitten hatten als Schimpansen, Keas oder Kleinkinder.) Sie führten einschlägige Zitate auf den Lippen wie: „Natürlich kann man ohne Hund leben! Aber es lohnt sich nicht“, oder: „Je besser ich die Menschen kenne, desto mehr bewundere ich Hunde“, oder: „Von hundert Menschen mag ich einen. Von hundert Hunden neunundneunzig“, und scheuten auch nicht davor zurück, damit ihre E-Mails zu signieren. Sie gaben heitere Hundeschnurren zum Besten, die nicht selten auch die Ausscheidungen ihres Lieblings zum Inhalt hatten: „Mimi kackt vorzugsweise auf ganz hohe Schneehaufen. Die Kacke sinkt dann, da heiß, blitzartig ein, und man muss mit dem Arm tief in das Loch greifen, bis zur Achsel, um sie wieder herauszuholen. Zum Schreien!“ Sie gaben ein Vermögen aus für ergonomische Schlafplätze, wattierte Brustgeschirre, perlenbestickte Halsbänder aus Wasserbüffelleder, Regenmäntelchen, Norwegerpullis und T-Shirts mit lustigen Aufschriften, Transportboxen, Autoschutzgitter, Leinensortimente, Quietschspielzeuge, Intelligenzspielzeuge, Wurfspielzeuge, Reizangeln, Hasenfelldummys, Designerfutternäpfe aus Finnland, Spezialshampoo, Spezialbalsam und Spezialzahncreme, Pheromondispensoren mit beruhigender Wirkung, CDs mit Hundemusik sowie Urlaube, die ganz auf die Bedürfnisse des Hundes zugeschnitten waren. Sich selbst begannen Hundewahnsinnige meist modisch zu vernachlässigen, man traf sie vorwiegend in Gummistiefeln und wetterfester Funktionsbekleidung an, wobei aus ihren Jackentaschen ganze Büschel von Kotsäckchen herausschauten. Ihre Vorzimmer waren mit einem wasserfesten Anstrich versehen, für den Fall, dass sich der Hund dort nach einem Regenspaziergang oder Badeausflug trockenschütteln wollte. Ihre Autos und ihre Wohnzimmer stanken nach Hund, was oft noch durch den Uringeruch von Ochsenziemern oder die fauligen Mülldüfte getrockneter Tiereingeweide verschärft wurde. Die Hundewahnsinnigen selbst waren vom Räucherspeckaroma der Leckerlis umweht, die sie stets in großen Mengen bei sich trugen. Überhaupt, das Futter! Sie kochten entweder selbst nach streng wissenschaftlichen Prinzipien oder fütterten grundsätzlich nur der wölfischen Verdauung angemessenes rohes Fleisch oder kauften das edelste Trockenfutter, das für Geld zu bekommen war. Aus obskuren Quellen wussten sie frischen grünen Blättermagen zu beziehen, im eigens angeschafften Dörrofen verarbeiteten sie Großladungen von Hühnerherzen zu Trockenfleisch. Hundewahnsinnige schossen, kurz gesagt, einfach über das Ziel hinaus.
Es verstand sich von selbst, dass es in Trevors hinreißender Gegenwart keine zwei Tage dauerte, bis auch die Michaleks dieser Spezies angehörten.

Biographie

1966 in Salzburg geboren
Studium am Zentrum für Translationswissenschaft (Englisch/Italienisch) der Universität Wien, Aufenthalte in den USA und Großbritannien
1990 Studienabschluss (Mag. phil.)
lebt als freie Schriftstellerin in Wien, eine Tochter

Preise und Auszeichnungen (Auswahl):

Buchprämie 2013 der Stadt Wien für „Kassiopeia“
Buchprämie 2012 des Österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur für „Kassiopeia“
Salzburger Jahresstipendium 2011
Österreichisches Staatsstipendium 2010/2011
Buchprämie 2010 des Österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur für „Auf offenem Meer“
Friedrich-Schiedel-Literaturpreis Bad Wurzach 2008 für “Eisflüstern”
Elias Canetti-Stipendium der Stadt Wien 2007
Buchprämie 2006 des Österr. Bundeskanzleramtes für “Eisflüstern”
Salzburger Lyrikpreis 2006
“Auszeichnung für literarische Gedankenblitze im aufgezogenen Jubelgewölk” der österreichischen Literaturveranstalter 2005, gemeinsam mit Franz Schuh
1. Preis im Literaturwettbewerb der Akademie Graz 2005
Dramatikerstipendium der Literar-Mechana 2004
Theodor-Körner-Preis 2004
Teilnahme an den 28. Tagen der Deutschsprachigen Literatur 2004 (“Bachmann-Preis”)
Robert-Musil-Stipendium 2002 – 2005
Buchprämie 2001 des österreichischen Bundeskanzleramtes für “Im Packeis”
Österreich-1-Essay-Preis 1999
Literaturpreis “freies lesen” 1999
Meta-Merz-Preis 1999
Österreichischer Förderungspreis für Literatur 1998
Förderungspreis der Stadt Wien 1997
2. Preis im Wettbewerb für Kurz-Prosa der Akademie Graz 1997
erostepost-Preis 1993
Alfred Gesswein-Literaturpreis für Lyrik 1993
Rauriser Förderungspreis 1992

Bücher:

Unter Menschen. Roman. Haymon Verlag, Innsbruck – Wien 2014
Kassiopeia. Roman. Haymon Verlag, Innsbruck – Wien 2012 (TB Haymon 2014)
Auf offenem Meer. Erzählungen. Haymon Verlag, Innsbruck – Wien 2010
Schaumschluchten. Gedichte. Literaturverlag Droschl, Graz – Wien 2009
Eisflüstern. Roman. Literaturverlag Droschl, Graz 2006
(TB Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2009)
Unter Jägern. Erzählungen. Literaturverlag Droschl, Graz – Wien 2002
Dissoziationen. Gedichte aus Pflanzen und Vögeln. Resistenz Verlag, Linz 2002
Im Packeis. Gedichte. Deuticke Verlag, Wien 2001
Messer. Essay. Literaturverlag Droschl, Graz – Wien 2000
Der langangehaltene Atem. Roman. Literaturverlag Droschl, Graz – Wien 2000
road movies. 9 versuche aufzuufzubrechen. Literaturverlag Droschl, Graz – Wien 1998
“Krankengeschichten”. Literaturverlag Droschl, Graz 1996 – Wien
Die dunkelste Frucht. Gedichte. Verlag G. Grasl, Baden bei Wien 1994

Theater:

2012: Jurorin im Autorenwettbewerb „stück für stück“ am Wiener Schauspielhaus
2011: Lockvögel, Baby. Elfriede Jelinek-Symposium, Wiener Schauspielhaus
(R: Daniela Kranz)
Steinschlag. Szenische Lesung, Pustervik Theater, Göteborg
2007: Ingenting. Beckett Pause. Minidramen. UA im RadioKulturhaus Wien
(R: Lucas Cejpek), publiziert im gleichnamigen Band (Hrg. Lucas Cejpek), Sonderzahl
Verlag, Wien 2007
2006: Sternensturz. Drama X Kurzdramenwettbewerb, WUK Wien
(R: Harald Posch)
2001: Steinschlag. UA im Wiener Schauspielhaus (R: Corinne Eckenstein)
Zu dünn, zu reich. UA im Grazer Jugendtheater Next Liberty (R: Heimo Podversnik)

Hörspiel:

Das Feuer der alten Dame. ORF 2010 (ORF 2011)
Regie: Katharina Weiß, Regieassistenz: Bettina Balàka
Steinschlag. DLF 2006 (DLF 2007, ORF 2008)
Nur Wasser. Wie wir. ORF 2006
Regie: Lucas Cejpek, Regieassistenz: Bettina Balàka
Das Herz aus der Decke. ORF 2004 (NDR 2005, DLF 2005)
Ja, Sir! Ginkgo-Baum, Sir! ORF 2003
Als ich Mutter wurde. ORF 2002
 
pp
Veranstaltungssuche nach Kategorie
 
Veranstaltungssuche nach Datum
 
  VERANSTALTUNGSARCHIV
pp Kat1_prog2-b1
  Finden Sie Bilder und Pressemitteilungen zu vergangenenen veranstaltungen
     [ nach Kategorie ]
     [ nach Datum ]
  AKTUELL
pp ARCHIV SZENE UNSER
DAS ARCHIV PONGAUER MUSIK [ dazu mehr ]
pp FACEBOOK KULTURPLATTFORM
facebook [ dazu mehr ]
  DEMNÄCHST
01DEZ
Workshop:
Reptilienartiges von Krokodil bis Schildkröte
Schnitzworkshop für Erwachsene. Nun schon...  [ dazu mehr ]
pp pp
28DEZ
Konzert:
Cobario

Cobario – virtuos, leidenschaftlich,...  [ dazu mehr ]

pp pp
11JAN
Film:
Die Taschendiebin
Park Chan-wooks Film spielt im Korea und...  [ dazu mehr ]
pp pp
  Kontakt